Was hat Instagram am 30. April 2026 geändert?
Instagram hat die Originalitätsregel von Reels auf Fotos und Karussells ausgeweitet. Accounts, die vor allem fremde Inhalte sammeln oder reposten, werden Nicht-Followern nicht mehr empfohlen, egal in welchem Format (Quelle 1, 2).
Für Reels galt eine ähnliche Regel schon seit 2024. Damals hat Instagram angekündigt, in den Empfehlungen Reposts durch das Original zu ersetzen und kleineren Creatorinnen mit eigenen Inhalten mehr Chancen zu geben (Quelle 3). Im September 2026 hat Instagram-Chef Adam Mosseri Originalität dann als eines von vier Grundprinzipien des Rankings genannt, neben Aktualität, dem Testen bei Nicht-Followern und größeren KI-Modellen (Quelle 4).
Die Folge ist dieselbe wie bei einem „Shadowban“: Deine Follower sehen dich weiter, Fremde nicht mehr. Wie du eine solche Empfehlungssperre erkennst, steht in Shadowban auf Instagram.
Betroffen sind Accounts, die überwiegend fremde Inhalte posten. Ein einzelnes geteiltes Meme macht dich nicht zum Sammel-Account. Eine Zahl, ab wann es kritisch wird, nennt Instagram nicht. Die Angabe „10 Reposts in 30 Tagen“ stammt aus einem einzelnen Bericht und ist nicht bestätigt.
Was zählt als original und was nicht?
Original ist laut Instagram Arbeit, die du vollständig selbst erstellt hast oder die deine eigene Perspektive zeigt. Fremde Inhalte zählen nur dann als eigen, wenn du sie wesentlich bearbeitet hast (Quelle 1).
Als wesentliche Bearbeitung nennt Instagram:
- Eigenen Text im Bild, der mehr Kontext gibt als nur zu beschreiben, was zu sehen ist.
- Eigene Grafiken, die neue Informationen hinzufügen.
- Die Remix-Funktion, mit der du ein fremdes Reel mit eigener Reaktion oder Ergänzung verbindest.
Nicht ausreichend sind laut Berichten kosmetische Änderungen: das Tempo ändern, einen Credit-Screenshot anhängen oder nur einen Rahmen setzen (Quelle 2).
| Situation | Zählt als original? |
|---|---|
| Du drehst ein Reel selbst, mit eigenem Ton oder Trend-Audio | ja |
| Du postest Fotos aus deinem eigenen Shooting | ja (zur Absprache mit dem Fotografen siehe unten) |
| Du reagierst per Remix auf ein fremdes Reel mit eigener Meinung | ja |
| Du teilst ein fremdes Reel über den Repost-Button | kein eigener Post, aber ausdrücklich unbedenklich |
| Du lädst ein fremdes TikTok herunter und postest es als eigenes Reel | nein |
| Du postest ein fremdes Meme mit „Credit: @…“ in der Caption | nein |
| Du baust ein virales Video Einstellung für Einstellung nach | eher nein, das ist eine Kopie statt einer Perspektive |
| Du postest dein eigenes TikTok mit TikTok-Wasserzeichen | dein Inhalt, aber das Wasserzeichen bremst die Verbreitung |
Der letzte Punkt ist kein Originalitätsproblem, sondern ein formales: Laut Instagram werden Reels mit sichtbaren Wasserzeichen anderer Apps seltener gezeigt (Quelle 5). Exportiere deine Videos also ohne Wasserzeichen, etwa über die Original-Datei oder die Edits-App.
Welche Arten zu teilen bleiben ausdrücklich erlaubt?
Drei Wege nennt Instagram selbst als Alternative für alle, die gern Inhalte anderer teilen: in die Story teilen, den Repost-Button nutzen und Collab-Posts anlegen (Quelle 1).
- Story: Du teilst einen fremden Beitrag mit deinen Followern, er erscheint nicht als dein Post. Gut für Empfehlungen, Shoutouts oder ein Reel einer Freundin.
- Repost-Button: Seit August 2025 gibt es weltweit eine Repost-Funktion für Reels und Posts. Reposts landen in einem eigenen Tab in deinem Profil, nicht im Grid (Quelle 6). Der Mythos, der Repost-Button „kille“ deine Reichweite, ist damit widerlegt. Unoriginell ist das Hochladen fremder Videos als eigener Post.
- Collab-Post: Zwei oder mehr Accounts veröffentlichen einen Beitrag gemeinsam. Er erscheint bei den Followern aller Beteiligten. Laut Mosseri bevorzugt das Ranking das Konto, das den Collab erstellt, und ein Collab lässt sich auch nachträglich zu einem schon veröffentlichten Post hinzufügen (Quelle 7).
Bei Collabs mit anderen Creatorinnen brauchst du außerdem eine saubere Absprache, wer welche Inhalte wo nutzen darf.
Darfst du Trend-Audios und Trend-Formate nutzen?
Ja. Ein Trend-Audio aus der Instagram-Audiothek zu nutzen, ist üblich und kein Problem. Die Originalität entsteht durch das, was du daraus machst: dein Bild, deine Idee, deine Pointe.
Problematisch wird es an zwei Stellen:
- Kopie statt Adaption. Wenn du ein bestimmtes Video Bild für Bild nachstellst, fehlt deine Perspektive. Besser: das Format nehmen und auf deine Nische, deinen Alltag oder deinen Humor übertragen.
- Musik außerhalb der Audiothek. Legst du einen Chart-Song als eigene Tonspur unter dein Reel, drohen stummgeschaltete Videos und Urheberrechtsmeldungen. Wiederholte Verstöße können laut Instagram bis zur Deaktivierung führen (Quelle 8). Nutze Musik aus der Audiothek. Business-Konten haben dort nach Berichten eine eingeschränkte Auswahl.
Mosseri rät ohnehin, viel auszuprobieren, weil sich Trends schnell ändern (Quelle 4). Neue Formate kannst du mit Trial Reels zuerst bei Nicht-Followern testen.
Was ist mit Fotos aus Shootings, Fan-Edits und KI-Inhalten?
Hier geht es weniger um den Algorithmus als um Absprachen. Drei Fälle tauchen bei Creatorinnen oft auf:
Fotos von Fotografinnen und Fotografen. Für Instagram sind Bilder aus deinem Shooting dein Content. Halte mit der fotografierenden Person schriftlich fest, wo du die Bilder nutzen willst, am besten vor dem Shooting.
Fan-Edits. Wenn Fans aus deinen Clips Edits schneiden, ist das zunächst ein Kompliment. Postest du solche Edits selbst als eigenen Beitrag, ist das ein Repost, und zwar eines Inhalts, den jemand anderes geschnitten hat. Teile ihn lieber in die Story oder über den Repost-Button.
KI-Inhalte. KI als Werkzeug (Bearbeitung, Untertitel, Captions) ändert nichts an der Originalität. Zeigt dein Profil aber eine KI-generierte Person, verlangt Instagram seit 31.08.2026 das Label „KI-generiertes Profil“. Ohne Label verliert das Profil die Empfehlbarkeit (Quelle 9).
Was passiert bei Duplikaten und Neu-Uploads?
Ein identischer Neu-Upload eines eigenen Reels bringt dir in der Regel nichts. Instagram empfiehlt bei mehreren gleichen Inhalten nur das Original (Quelle 3), und dein alter Post ist das Original.
Der Szene-Tipp „Lösch das Reel und lad es neu hoch, dann bekommt es eine zweite Chance“ ist deshalb unbelegt und kann eher schaden. Besser:
- Neue Version mit neuem Hook. Anderer erster Satz, anderes erstes Bild, gekürzter Mittelteil.
- Als Trial Reel testen, bevor die neue Version im Profil landet.
- Gut gelaufene Inhalte weiterdrehen statt sie zu kopieren: Teil 2, Gegenfrage, Blick hinter die Kulissen.
Eine Besonderheit betrifft Creatorinnen, deren Inhalte ohne Erlaubnis kopiert werden. Seit September 2026 berichten Medien über Erpressung mit falschen Urheberrechtsmeldungen: Täter melden einen Account so oft wegen angeblicher Rechteverletzung, bis Instagram ihn sperrt, und verlangen dann Geld für die Rücknahme (Quelle 10). Bewahre deine Originaldateien mit Erstellungsdatum auf, damit du beweisen kannst, dass die Inhalte von dir stammen. Was du im Ernstfall tust, steht in Falsche Copyright-Strikes und Erpressung.
Wie kommst du zurück in die Empfehlungen?
Instagram nennt drei Wege: über einen Zeitraum von 30 Tagen überwiegend eigene Beiträge, Reels und Karussells posten, unoriginale Inhalte löschen oder gegen die Entscheidung Einspruch einlegen (Quelle 1).
So gehst du vor:
- Kontostatus öffnen. Prüfe, ob dein Account als nicht empfehlbar markiert ist und ob einzelne Beiträge genannt werden.
- Bestandsaufnahme der letzten 30 Tage. Markiere jeden Beitrag als „eigen“, „bearbeitet“ oder „fremd“.
- Fremdes löschen oder umziehen. Was dir wichtig ist, teilst du stattdessen in die Story oder über den Repost-Button.
- 30 Tage überwiegend Eigenes. Plane bewusst, damit du nicht aus Zeitnot zu fremden Inhalten greifst. Tipps zur Planung stehen in Ein Drehtag für vier Wochen Content.
- Einspruch, wenn du überzeugt bist, dass die Einstufung falsch ist.
Eine feste Dauer bis zur Rückkehr nennt Instagram nicht. Rechne mit mindestens den 30 Tagen, die die Regel selbst nennt.
Checkliste vor dem Posten
- [ ] Habe ich das selbst gedreht, fotografiert oder geschrieben?
- [ ] Wenn nicht: Habe ich eigenen Text, eine eigene Grafik oder einen Remix hinzugefügt, der etwas Neues sagt?
- [ ] Wäre Story, Repost-Button oder Collab hier der bessere Weg?
- [ ] Ist das Video ohne Wasserzeichen einer anderen App?
- [ ] Stammt die Musik aus der Instagram-Audiothek?
- [ ] Ist die Nutzung fremder Fotos mit der fotografierenden Person abgesprochen?
- [ ] Zeigt das Profil eine KI-generierte Person? Dann ist das Label gesetzt.
- [ ] Ist das ein Neu-Upload eines alten Reels? Dann lieber eine neue Version mit neuem Hook.
Häufige Fragen
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Gilt die Regel auch, wenn ich meine eigenen Inhalte von TikTok auf Instagram poste?
Deine eigenen Inhalte bleiben original, auch wenn sie zuerst auf TikTok liefen. Achte aber darauf, dass kein TikTok-Wasserzeichen zu sehen ist, weil Instagram solche Reels seltener zeigt. Am besten lädst du die Originaldatei hoch.
Verliere ich die Empfehlungen, wenn ich ab und zu ein Meme poste?
Nach der Regel nicht. Betroffen sind Accounts, die überwiegend fremde Inhalte posten. Eine genaue Schwelle nennt Instagram nicht. Wenn du gern Memes teilst, nutze die Story.
Ist ein Remix original?
Ja, Instagram nennt die Remix-Funktion ausdrücklich als wesentliche Bearbeitung. Der Remix sollte aber etwas Eigenes beitragen, etwa deine Reaktion, deine Meinung oder eine Ergänzung.
Wie erfahre ich, ob mein Account betroffen ist?
Der verlässlichste Ort ist der Kontostatus in der App. Ein starker Rückgang des Anteils an Nicht-Followern in den Insights ist ein weiteres Signal. Wie du ihn liest, steht in Instagram Insights lesen.
Gilt die Regel in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Instagram hat keine Länderausnahme genannt. Die Regel wurde als allgemeine Änderung angekündigt.
Unser Fazit
Die Originalitätsregel trifft vor allem Sammel-Accounts. Für Creatorinnen ist sie eher eine Chance: Wer eigene Inhalte macht, konkurriert weniger mit Accounts, die nur weiterverbreiten. Teilen bleibt erlaubt, nur eben über Story, Repost-Button und Collab statt als eigener Post.
Wenn du Unterstützung dabei suchst, regelmäßig eigenen Content zu planen, ohne dich zu verausgaben, findest du hier unser Erstgespräch. Es ist unverbindlich.
Quellen (10)
- Bericht zur Originalitätsregel von Instagram (Mashable, über Yahoo Tech), https://tech.yahoo.com/social-media/articles/instagram-stop-recommending-accounts-dont-151646266.html, 30.04.2026, aktualisiert 02.05.2026.
- „Instagram removes algorithm recommendations for repost content aggregators“, Tubefilter, https://www.tubefilter.com/2026/04/30/instagram-removes-algorithm-recommendations-repost-content-aggregator/, 30.04.2026; „New Instagram policies target reposted content“, PetaPixel, https://petapixel.com/2026/04/30/new-instagram-policies-target-reposted-content/, 30.04.2026.
- „Instagram is updating its ranking systems to surface more content from smaller, original creators“, TechCrunch, https://techcrunch.com/2024/04/30/instagram-is-updating-its-ranking-systems-to-surface-more-content-from-smaller-original-creators/, 30.04.2024.
- „Instagram chief shares algorithm insights and posting tips“, Social Media Today, https://www.socialmediatoday.com/news/instagram-chief-shares-algorithm-insights-and-posting-tips/831326/, 24.09.2026.
- „Instagram Ranking Explained“, Adam Mosseri, Instagram, https://about.instagram.com/blog/announcements/instagram-ranking-explained, 31.05.2023.
- „Instagram takes on Snapchat with new Instagram Map“, TechCrunch, https://techcrunch.com/2025/08/06/instagram-takes-on-snapchat-with-new-instagram-map/, 06.08.2025.
- „Instagram Collabs nach dem Posting“, onlinemarketing.de, https://onlinemarketing.de/social-media-marketing/instagram-collabs-nach-posting-algorithmus-insights, 19.11.2025.
- Instagram-Hilfebereich zu wiederholten Urheberrechtsverletzungen, https://help.instagram.com/126382350847838, ohne Datum, abgerufen 12.10.2026.
- „Instagram puts new limits on undisclosed AI profiles“, TechCrunch, https://techcrunch.com/2026/08/31/instagram-puts-new-limits-on-undisclosed-ai-profiles/, 31.08.2026.
- „Copyright scammers get Instagram accounts suspended and demand payment“, Malwarebytes, https://www.malwarebytes.com/blog/scams/2026/09/copyright-scammers-get-instagram-accounts-suspended-and-demand-payment, 10.09.2026.